Runder Tisch mit Pro Bahn

Norbert Moy (Pro Bahn) mit Mitgliedern der CSA und SU

Kürzlich haben sich in Eberfing Mitglieder der Kreisvorstände der Christlich Sozialen Arbeitnehmerunion (CSA) und Schüler- und Auszubildenden Union (SU) Weilheim-Schongau zu einem Runden Tisch zum Thema „Bahn“ getroffen.

Der Einladung folgte alleine Norbert Moy von Pro Bahn.

Eingeladen wurden im Vorfeld auch Vertreter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Deutschen Bahn und Bayerischen Regio Bahn. Von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und Deutschen Bahn erhielten wir eine Absage. Der Grund jeweils: Aufgrund der parteipolitischen Neutralität sei eine Teilnahme an diesem Runden Tisch nicht möglich. Ein Vertreter der Bayerischen Regio Bahn wäre nur gekommen, wenn ein Vertreter der Deutschen Bahn Netz gekommen wäre.

 

„Ob es nur die politische Neutralität ist“, so der Kreisvorsitzende der CSA Weilheim-Schongau, Michael Schmatz, „warum von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und Deutschen Bahn niemand gekommen ist, bleibt dahingestellt. Irgendwie hat man auch den Eindruck, dass sie nicht miteinander sprechen wollen.“

Fakt ist, dass hat der Abend gezeigt, dass die Deutsche Bahn im Oberland einfach zu wenig Signaltechniker beschäftigt. Deshalb können Störungen oft nicht schnell genug behoben werden. Über viele Jahre hinweg wurden Bahnübergänge in unserer Region überhaupt nicht mehr gepflegt.

Für Norbert Moy von Pro Bahn ist der Bahnärger systembedingt. Bei der Deutschen Bahn gibt es zu viele Firmen und Gesellschaften. „Das Zusammenspiel der verschiedenen Unternehmen“, so Norbert Moy, „funktioniert nicht.“

Moy nannte als Beispiel für Riesenärger die Langsamfahrstelle auf der Ammerseebahn bei Raisting. Wegen eines Gleisproblems dürfen die Züge hier seit Monaten nur 20 km/h fahren. Durch die Drosselung der Geschwindigkeit erreichen die Fahrgäste der Ammerseebahn den Anschluss in Weilheim nach München nicht mehr.

Es gibt auch noch andere Beispiele, die für großen Ärger sorgen. Seit über einem Jahr müssen die Fahrgäste, die beispielsweise um 05:24 Uhr von Penzberg nach München mit der Kochelseebahn fahren wollen um 05:44 Uhr in Tutzing umsteigen. Grund ist, weil drei Zuggarnituren der Werdenfels- und Kochelseebahn für den „Flughafenexpress“ von Regensburg zum Flughafen im Erdinger Moos abzogen wurden. Auf der Werdenfelsbahn werden seither zum Teil wieder die alten Doppelwägen eingesetzt.

Für den CSA-Kreisvorsitzenden Michael Schmatz ist der Abzug der drei Talentzüge für den „Flughafenexpress“ ein „glatter Rechtsbruch“. Vor dem Start der neuen Kochelsee- und Werdenfelsbahn im Dezember 2013 wurde vereinbart, dass hier ausschließlich die neuen Talentzüge eingesetzt werden dürfen. Man hält sich einfach nicht an Vereinbarungen.

Bis vor einem halben Jahr musste man um 05:44 Uhr als Fahrgast beim Umstieg den Bahnsteig nicht wechseln. Man kam aus Richtung Kochel auf Gleis 2 Süd in Tutzing an. Der Zug aus Weilheim fuhr vom gleichen Bahnsteig auf Gleis 3 nach München weiter. Jetzt muss man den Bahnsteig in Tutzing wechseln. Der Zug nach München fährt auf Gleis 1 ab. Die Deutsche Bahn gibt als Grund den S-Bahn-Verkehr an.

Norbert Moy von Pro Bahn fordert eine „Bahn-Reform 2.0“. „Der Fahrgast muss im Mittelpunkt stehen, nicht die Börse.“ Moy ärgert es, dass ein Vielfaches mehr in den Straßenverkehr gesteckt wird. Die Bahn hat hier das Nachsehen.

Erfreulich ist, dass Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, jetzt den „Deutschland-Takt“ vorantreibt. Davon wird auch das Oberland profitieren. Mit dem „Deutschland-Takt“ will die Bundesregierung die Fahrgastzahlen verdoppeln. So soll es einen stündlichen Regionalexpress zwischen München und Mittenwald geben.

Folgt man den Vorschlägen von Pro Bahn soll es im Oberland einen Begegnungsbahnhof in Raisting geben. Auch die Bahnhöfe in Polling und Wielenbach sollen wieder in Betrieb genommen werden. Für den Abschnitt Murnau-Uffing fordert Pro Bahn einen zweigleisigen Ausbau. Nur so kann ein Halbstundentakt nach Mittenwald eingerichtet werden.

Alle Teilnehmer des Runden Tisches waren sich einig, dass man sich bald wieder treffen wird.

 

Michael Schmatz

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